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Zwölf Wege, den CO2-Ausstoß zu senken

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Ob Einzelne, Organisationen, Unternehmen oder Regierungen – alle können mit verschiedenen Mitteln den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren. Vielleicht wissen Sie nicht, wie Sie damit beginnen sollen. Aber indem Sie diesen Text lesen, haben Sie bereits den Anfang gemacht.

 

 


1. Treffen Sie eine Entscheidung Den CO2-Ausstoß zu senken, unterscheidet sich nicht von anderen Vorhaben. Anderen zu erzählen, dass man dies vorhat, klingt simpel − aber selbst einfache Maßnahmen können sehr effektiv sein. Nach Ideen zu fragen, kann zu kreativen und innovativen Lösungen führen. Einige Staaten haben in den vergangenen Monaten angekündigt, CO2-neutral zu werden, unter ihnen Costa Rica, Neuseeland und Norwegen. Die UNO unter Generalsekretär Ban Ki-moon und unter der Leitung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) will dieses Ziel ebenfalls erreichen. UNEP plant, das Konzept der CO2-Neutralität in allen Bereichen und Regionen umzusetzen.

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2. Berechnen Sie Ihren CO2-Ausstoß Es ist wahrscheinlich, dass Kohlenstoff eines Tages als luftgefährdender Schadstoff eingestuft wird. Damit würden neue Kosten – aber auch Chancen – für viele gesellschaftliche Bereiche entstehen. Zu wissen, wodurch und wie man zum Ausstoß von Treibhausgasen beiträgt, ist der erste Schritt, um ihn zu senken. Für den Einzelnen und Kleinunternehmen können im Internet frei verfügbare Programme zur Verbrauchsberechnung einen Anfang bedeuten. Größere Organisationen benötigen möglicherweise eine Beratung und spezielle Hilfsmittel, wie den neuen ISO 14064 Standard. Dabei handelt es sich um ein Projekt zur Normierung, das sich mit Fragen zur Bestimmung und zur Bestandsaufnahme von Treibhausgasemissionen, zur Berichterstattung und zur Verifizierung befasst. Ein weiteres Mittel ist die sogenannte Greenhouse Gas Protocol Initiative (GHG Protokoll). Dabei handelt es sich um die Entwicklung und Förderung eines international anerkannten Bilanzierungs- und Berichtssystems für den Austoß von Treibhausgasen.

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3. Entscheiden Sie, welchen Weg Sie gehen wollen Ausgehend von Ihren Schätzungen der Risiken und Chancen können Sie eine Strategie und einen Aktionsplan entwerfen. Mit konkreten Zielen ist der Erfolg besser messbar. Die meisten Haushalte und Unternehmen sind in der Lage, zehn Prozent Energie zu sparen. Das führt wiederum zu einer fast zehnprozentigen Reduzierung von Treibhausgasen. Das rechnet sich bereits innerhalb des ersten Jahres. Für einen Energiesparplan wird zunächst die Energieart untersucht und dann ihr Gebrauch, z. B. Strom für Gebäude oder Treibstoff für den Transport. Der reduzierte Verbrauch kann zu sofortigen Einsparungen führen. Ein effektives Mittel ist eine Energieflusserfassung. Diese Methode wird von vielen Energieversorgern und Behörden angeboten.

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4. Das eigene Verhalten ändern Über Kohlenstoff und Klima muss in größerem Zusammenhang nachgedacht werden. Alles, was ein einzelner Mensch, eine Organisation, ein Unternehmen oder eine Regierung herstellt oder verbraucht, enthält Kohlenstoff. Entweder steckt er in den genutzten Produkten oder in der Energie und den Rohstoffen, die bei der Produktion verwendet werden. Auch Gebäude, Einbauten und Einrichtungsgegenstände enthalten Kohlenstoff. Dafür sollten Ersatzstoffe verwendet werden. Werden klimafreundliche Kriterien beachtet, hat dies zahlreiche Folgen. Wenn Verbraucher, Hersteller und der Gesetzgeber darüber nachdenken, wie der Einsatz von Kohlenstoff gesenkt werden kann und wenn sie klimafreundlicher handeln, kann der Verbrauch von Kohlenstoff spürbar sinken. Ein Beispiel sind Verpackungen. Die US-Supermarktkette Wal-Mart hat mit einem ihrer Spielzeuglieferanten die Verpackung von 16 Artikeln reduziert. Der Lieferant sparte Verpackungskosten, Wal-Mart konnte auf 230 Container für den Vertrieb verzichten. Außerdem wurden über 40.000 Liter Öl eingespart, und 1.300 Bäume mussten nicht gefällt werden. Wenn diese Initiative auf 255 Artikel ausgeweitet würde, könnten 177.000 Liter Öl eingespart werden, und es müssten 3.800 Bäume weniger gefällt werden. Außerdem würden die Transportkosten um mehrere Millionen US-Dollar sinken.

Ein anderes Beispiel: Sie können Papier oder Holzprodukte kaufen, die internationalen Standards entsprechen. Der Forest Stewardship Council (www.fsc-deutschland.de bzw. www.fsc.org) ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft fördert. Mehr als 90 Millionen Hektar Wald in über 70 Ländern sind nach FSC-Standards zertifiziert worden. Mehrere tausend Produkte tragen ein FSC-Siegel und sind mit FSC-zertifiziertem Holz produziert worden. Recyclingpapier kann zu großen Einsparungen führen, senkt Deponiekosten und den Kohlenstoffausstoß. Mit jeder eingesparten Tonne Papier oder Pappe werden 1,4 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen.

Um den CO2-Ausstoß zu senken, sollten Sie wenn möglich weniger reisen. Städte können den Nahverkehr attraktiver machen, Unternehmen können Firmenwagen mit Hybridantrieb anschaffen und jeder Einzelne kann Fahrgemeinschaften mit anderen bilden oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Manchmal sind es die einfachen Ideen, die den Wandel beschleunigen. Sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie Umkleide- und Duschmöglichkeiten sind nicht teuer, können aber einen großen Anreiz schaffen, damit die Mitarbeiter aufs Fahrrad umsteigen. Dasselbe gilt für Jobtickets für den Nahverkehr.

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5. Nutzen Sie Energie effizient Die Energie-Effizienz Ihrer Häuser, Computer, Autos und Erzeugnisse zu überprüfen, ist der sicherste und ertragreichste Weg, um Geld, Energie und CO2-Emissionen zu sparen. Das heißt nicht, dass es ganz ohne Energieverbrauch geht. Energiesparen bedeutet aber, die Produktivität zu erhöhen, indem man mit geringerem Verbrauch mehr erreicht.

Effizientere Gebäude, Autos und Produkte tragen direkt und langfristig zur Senkung von CO2-Emissionen bei. Denn herkömmliche Gebäude sind für bis zu 40 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Mittlerweile sind aber auch leistungsstarke, ökologisch verantwortungsvolle, energieeffiziente und produktive Möglichkeiten bezahlbar.

Simple Maßnahmen können zu direkten Einsparungen führen. Wenn man Licht, Motoren, Computer und Heizungen ausschaltet, sobald man sie nicht benötigt, verschwendet man keine Energie mehr und spart Geld. Generell gilt, dass Laptops weniger Energie verbrauchen als Schreibtischcomputer und LCD-Monitore weniger als CRT- Bildschirme. Man sollte auch darüber nachdenken, wie man mit dem technischen Zubehör verfährt, das nicht mehr funktioniert. Einige Firmen bieten eine Rücknahme der Produkte oder Recycling an. Achten Sie bitte auch auf Energie-Effizienz-Standards. Bei Haushaltsgeräten kann man sich an der Bewertung durch den Energy Star orientieren, die US-amerikanische Produktkennzeichnung für energisparende Geräte. Für zahlreiche neue Marken gilt, dass die energieeffizienteste Maßnahme nicht unbedingt mehr Aufwand und Kosten erfordert als weniger effektive Lösungen. Ursprünglich nur in den USA vertreten, wird der Energy Star jetzt auch in Europa genutzt.

Wenn möglich, sollten Sie auch Ihren Weg zur Arbeit überdenken. Im Zeitalter hoch entwickelter Technologien können Web- und Video-Konferenzen Geschäftsreisen ersetzen. Eine zweitägige Reise zu einem Meeting in 1000 km Entfernung kann, wenn man die Fahrten, die Unterkunft und Verpflegung miteinbezieht, 2000 US-Dollar kosten. Eine Videokonferenz hingegen wird preislich kaum die 200 US-Dollar-Grenze überschreiten. Man spart also ca. 1800 US-Dollar und etwa eine halbe Tonne Kohlenstoff. Auch die Arbeit am Computer zu Hause wird zunehmend beliebter. Einer Studie der amerikanischen Telework Coalition (www.telcoa.org) zufolge würden dann 32 Millionen US-Arbeitnehmer zwei Milliarden Kilometer weniger fahren, 300 Millionen Liter Treibstoff sparen und dafür einen Gegenwert von 32 Millionen Stunden Extrazeit pro Woche bekommen, wenn sie wöchentlich einen Tag von zu Hause aus arbeiten würden.

Beleuchtung macht etwa 15 – 20 Prozent des Elektrizitäts-Gesamtverbrauchs aus. Wenn man Kohle in einem Kraftwerk in Strom umwandelt, verbessert dies die Effizienz jedoch nur um drei Prozent. Kompaktleuchtstofflampen (CFLs) hingegen haben sich in letzter Zeit enorm entwickelt. Sie besitzen jetzt eine Haltbarkeitsdauer zwischen sechs und 15 Jahren und reduzieren den Elektrizitätsverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen um mindestens 75 Prozent. Die Vorteile von CFLs und anderer hoch effizienter Beleuchtungsmittel haben bereits einige Staaten dazu veranlasst, Glühbirnen zu verbieten. Australien war 2007 das erste Land, das beschloss, ab 2012 keine Glühbirnen mehr zu verkaufen. Dieser Schritt wird die Emissionen um vier Millionen Tonnen reduzieren und den Energieverbrauch durch Beleuchtung um 66 Prozent senken.

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6. Nutzen Sie Energie, die geringe Kohlenstoff-Emissionen
verursacht

Es ist empfehlenswert, auf Energiequellen umzusteigen, die weniger Kohlenstoff ausstoßen sowie Kosten und Emissionen senken. Generell gilt, dass Kohle im Vergleich zu Gas die doppelte Menge an Emissionen produziert. Sie stößt sechsmal soviel Schadstoffe aus wie Solarenergie, 40mal soviel wie Windkraft und 200mal soviel wie Wasserkraft. In vielen Teilen dieser Welt haben Menschen die Wahl, einen Teil ihrer Energie aus Quellen erneuerbarer Energie zu beziehen, wie zum Beispiel durch Windkraftparks oder Deponiegas-Projekte. Diese „Entscheide Dich für Öko“-Programme sorgen dafür, dass auch der Markt für erneuerbare Energien wächst. Größere Betreiber können sogar ihre eigenen Programme für Energie-Systeme mit geringeren Emissionen entwerfen, wenn sie Solarenergie oder Generatoren nutzen, die durch Gas angetrieben werden. Projekte der Globalen Umweltfazilität (GEF) in Ost- und Südafrika fördern neue Techniken für Kleinunternehmen der Teeindustrie. Außerdem werden für die Kraft-Wärme-Kopplung Landwirtschaftsabfälle aus der Zuckerindustrie verwendet. Dieser Strom kann dann von der Industrie genutzt werden oder in die nationalen Stromnetze eingespeist werden.

In Großbritannien hat der Kosmetikkonzern Body-Shop 25 Prozent Anteile an einem großen und modernen Windgenerator erworben, um erneuerbare Energie für seine Produktion im Vereinigten Königreich zu nutzen. Auch andere Unternehmen wie 3M, DuPont, General Motors, IBM, Johnson&Johnson und Staples planen derzeit, ihre eigenen Kraftwerke für erneuerbare Energien anzulegen.

Steuerausgleich und Bonus-Zahlungen machen es auch kleinen Firmen oder privaten Haushalten möglich, solare und fotoelektrische sowie andere erneuerbare Energien in Anspruch zu nehmen. Solarzellen auf Hausdächern zum Beispiel stellen kontinuierlich Energie bereit, reduzieren Elektrizitätskosten und sind gleichzeitig ein Puffer gegen Preisschwankungen. UNEP hilft dabei, solche Vorhaben in Südindien und Nordafrika zu fördern.

Der Transportsektor ist für 25 Prozent des weltweiten Energiekonsums und der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Das liegt vor allem an der Verbrennung von Benzin und Diesel. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, den Energiekonsum zu beeinflussen. Hybridmotoren, die Elektrizität und herkömmliche Benzin- oder Dieselverbrennung kombinieren, sparen grundsätzlich Treibstoff und senken dabei den Schadstoffausstoß. Fahrzeuge können auch mit verschiedenen alternativen Kraftstoffen angetrieben werden, die sowohl Kosten reduzieren als auch ökologisch vorteilhaft sind. Umgekehrt erfordern sie häufig zusätzliche Investitionen, die über einen längeren Zeitraum zurückgezahlt werden müssen. Infrage kommen hier sowohl Erd-, Treib- als auch Flüssigerdgas und Biobrennstoffe. Biodiesel und Bioethanol zum Beispiel werden aus pflanzlichen Erzeugnissen wie Mehl, Soja, Getreide oder Rohrzucker hergestellt. Man kombiniert sie meist mit Benzin oder Diesel. Beinahe alle Fahrzeuge können mit Mischungen von bis zu zehn Prozent fahren, ohne dass man sie technisch verändern muss. Besonders ausgestattete Fahrzeuge, die Biotreibstoff verbrennen, können auch mit höheren Mischungen fahren, wie zum Beispiel mit einer Mischung aus 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent Benzin. In vielen Teilen der Welt gewinnen Biotreibstoffe an Beliebtheit. Dadurch wird es einfacher, sie kommerziell und in verschiedenen Kombinationen zu erwerben. Für Unternehmen mit Dienstwagen können Biotreibstoffe eine kosteneffektive Alternative sein, Kohlenstoff einzusparen.

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7. Investieren Sie in saubere Alternativen Sie können Ihren Lebensstil oder die Arbeit Ihrer Organisation nur begrenzt effizienter gestalten. Das gilt auch für die Nutzung erneuerbarer Energien. Diejenigen, die ihre Emissionen ausgleichen möchten, haben aber die Möglichkeit, eine andere Organisation dabei zu unterstützen, den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Dies nennt man gewöhnlich einen „Kohlenstoff-Ausgleich“ oder einen „Kohlenstoff-Kredit“. Bei dem Begriff „neutraler Kohlenstoff“ geht es darum, den Schadstoffausstoß zu neutralisieren, indem man an einem anderen Ort zu Einsparungen beiträgt.

Der reguläre Preis für Kohlenstoff-Ausgleich beträgt 15 US-Dollar pro Tonne, aber die Kosten variieren zwischen 5 und 50 US-Dollar pro Tonne. Um einen Ausgleich zu gewährleisten, investieren Einzelpersonen und Unternehmen zunehmend in dafür zuständige Firmen. Diese verwalten und realisieren Projekte, die Treibhausgase vermeiden, reduzieren oder auffangen. Der Klimawandel ist ein globales Problem. Deswegen wird der Abbau von Kohlenstoff immer den gleichen positiven Effekt haben – unabhängig davon, wo er gesenkt wird. Kohlenstoff-Kredite können durch den Gebrauch schadstofffreier Energien, durch geringere Nachfrage, durch energieeffizientes Handeln, Aufforstung oder unterirdische CO2-Lagerung gewonnen werden.

Einem Bericht zufolge lässt sich die höchste Qualität der CO2-Minderung dadurch erreichen, dass man auch Methangas abfackelt, denn Methangas gilt mittlerweile als stärkeres Treibhausgas als CO2. Green Gas International (www.greengas.net) ist ein Unternehmen, das Kohlenstoff-Kredite erwirtschaftet, indem es gemeinsam mit Bergbau-, Deponie- und Biogasunternehmen Methangas aus Deponien verbrennt und so dieses Deponiegas in saubere Energie umwandelt. Durch diese Projekte können weltweit 125 Megawatt Strom gespart werden. Das sorgt für eine Einsparung von vier Millionen Tonnen CO2.

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8. Seien Sie effizient Wenn Sie Ihr Leben und/oder Ihren Beruf durch eine CO2-neutrale Brille betrachten, kann Ihnen das auf verschiedene Art und Weise nützlich sein. Sie können die Bodenschätze effektiver nutzen, vermeiden oder reduzieren Abfall und verbessern damit Ihre Gesamtleistung und Ihr Ansehen. Ökonomen sagen gerne, dass kein Geld auf der Straße liegt, weil es bereits von jemandem aufgehoben worden ist. Beim Klimawandel gibt es hingegen viele Banknoten, die nur darauf warten, aufgelesen zu werden. Schließlich ist Kohlenstoff im Grunde genommen das Abfallprodukt der Energiegewinnung. Und es ergibt immer Sinn, Abfall zu reduzieren und nachhaltiger zu denken bzw. zu handeln. Beachten Sie also den RWR-Ansatz – Reduzierung, Wiederverwertung und Recycling.

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9. Bieten Sie Produkte mit geringem CO2-Ausstoß an
oder kaufen Sie diese Produkte

Der Markt für klimafreundliche Produkte wächst rasend schnell und bewegt sich von energieeffizienten Apparaten zu neuen Systemen wiederverwendbarer Energien. Um solche Produkte anbieten zu können, muss man bereits vor der Herstellung nachhaltig planen. Es ist zum Beispiel simpel und langfristig sinnvoll, Vorgaben zur Energie-Effizienz in die Planung zu integrieren. So könnte man ein Produkt entwerfen, dass während seines Gebrauchs den Energie-Verbrauch minimiert und dabei die Zeit und die Energie des Kunden spart, die nötig wäre, um ein Produkt nach dem Erwerb anzupassen (wie zum Beispiel bei der nachträglichen Isolierung eines Wasserboilers).

Ein systematischer Ansatz kommt aus dem Bereich „Design für Nachhaltigkeit“, der Lebenszyklus-Modelle und ökologiebewusstes Design und Herstellung in sich vereint. Dieser neue Ansatz berücksichtigt ökologische Aspekte in allen Phasen der Entwicklung. Ziel ist es, Produkte zu konzipieren, deren Gebrauch einen möglichst geringen Einfluss auf die Umwelt hat. Ökodesign ist eine wichtige Strategie für kleine oder mittelgroße Unternehmen sowohl in Industrienationen als auch in Entwicklungsländern. Denn Ökodesign eröffnet den Firmen die Möglichkeit, die Ökobilanz zu steigern, Abfall zu reduzieren und ihre Position im Wettbewerb zu verbessern.

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10. Kaufen und verkaufen Sie ökologisch Der Markt für grüne Produkte wächst rasend schnell. In vielen Ländern beweisen Verbraucherumfragen, dass eine steigende Zahl von Konsumenten grüne Produkte kauft, wenn sie die Wahl hat. Für Unternehmen bedeutet das, dass ein zukunftweisendes Produkt-Design und eine entsprechende Präsentation in Kombination mit verantwortungsbewusster Vermarktung und Unternehmenskommunikation Verbraucher-Interessen wecken und zum Kauf motivieren können. Dennoch bleibt der Markt für grüne Produkte klein, weil die Menschen Schwierigkeiten haben, entsprechende Produkte zu finden oder deren ökologischen Versprechen nicht glauben. Firmen können Konsumenten helfen, klimafreundlicher zu handeln, von einem Online-Klick für Kohlestoff-Ausgleich auf einer Webseite mit Urlaubsangeboten bis hin zu Aufklebern auf einem Produkt im örtlichen Kaufhaus.

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11. Arbeiten Sie zusammen Zahlreiche Unternehmen im privaten Sektor kooperieren zunehmend mit Nichtregierungs-Organisationen, Städten oder Regierungen, um die besten und praktischsten Lösungen für die Reduzierung von Schadstoffen zu finden und umzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist das Carbon Disclosure Project (www.cdproject.net), eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die Informationen für institutionelle Investoren bereitstellt. Diese Investoren verwalten insgesamt Vermögenswerte von 41 Billionen US-Dollar. CDP forscht im Auftrag von mehr als 2.000 der weltgrößten Unternehmen und wertet dabei auch deren eigene Daten aus. Es geht um eine Analyse der Risiken und Chancen der Firmen, die sich aus den Auswirkungen des Klimawandels und dem Ausstoß von Treibhausgasen ergeben. Gleichzeitig suchen auch Kommunalverwaltungen und nationale Regierungen nach Möglichkeiten, mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten, um die Reduzierung von Kohlenstoff-Emissionen zu fördern. In Ländern wie Kanada haben staatliche Institutionen und Energiedienstleister Energie-Service-Unternehmen (ESCos) gegründet. In den Vereinigten Staaten hat die Umweltschutzbehörde des Bundes 1992 das Energy Star Program (www.energystar.gov) ins Leben gerufen. Das Programm basiert auf einer freiwilligen Partnerschaft, deren Ziel es ist, Treibhausgas-Emissionen durch eine effizientere Nutzung von Energie zu senken. Im Jahr 2006 haben amerikanische Unternehmen und Verbraucher mit Energy Star 14 Milliarden Dollar Energiekosten gespart. Dabei verhinderten sie einen Treibhausgas-Ausstoß, der in etwa den jährlichen Emissionen von 25 Millionen Fahrzeugen entspricht.

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12. Tauschen Sie sich aus Das Thema Klimawandel wird immer wichtiger. Das bedeutet, dass Unternehmen und Organisationen miteinander sprechen müssen. Transparenz ist entscheidend. Das Internet und andere neue Medien führen dazu, dass Firmen, Organisationen und Regierungen ihr umweltschädigendes Verhalten nicht hinter grüner Rhetorik verstecken können. Wichtig ist eine Überprüfung des Verhaltens anhand nachvollziehbarer Indikatoren. Als gutes Beispiel hierfür gilt die Global Reporting Initiative (GRI) (www.globalreporting.org). Interne Kommunikation via Intranet oder Publikationen der Firmen können über Fortschritte berichten und damit das Engagement der einzelnen Mitarbeiter bzw. Gruppen anerkennen. Ferner sollte man die Aktionäre über die Klimaschutz-Initiativen aufklären. Die Reduzierung des Schadstoffausstoßes ist eine „win-win“-Situation, die das Ansehen eines Betriebs nur verbessern kann. Verbraucher wie Investoren fordern mittlerweile von den Unternehmen selbst Antworten darauf, wie sie auf Risiken und Chancen im Zeitalter des Klimawandels reagieren.

Quelle: UNEP

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