Grüne Kohle und landwirtschaftliche Produktivität
Mittwoch, 04. Februar 2009 um 13:44 Uhr
Der Zugang zu Energie, der zunehmend als Grundrecht angesehen wird, ist eine notwendige Voraussetzung für Entwicklungsprozesse. In Afrika, Lateinamerika und Asien − Indien und China eingeschlossen − wird es für Haushalte immer schwieriger, Holz zu finden. Alternative Energiequellen sind nicht verfügbar oder bezahlbar. Zwei Milliarden Menschen verbrauchen zu Hause immer mehr Energie.
Das hat zur Abholzung von Wäldern geführt, wodurch Trockenheit und Wüstenbildung zunahmen. Um das zu verhindern, hat Pro-Natura eine innovative Technologie, die so genannte „Grüne Kohle“, erfunden und entwickelt. Diese Erfindung hat sich im Vergleich mit Holzkohle als sehr wettbewerbsfähig erwiesen und hat positive Auswirkungen auf den Kampf gegen den Klimawandel. Deshalb wurde sie 2002 mit dem 1. Platz des „Preises für technische Innovationen“ der Altran Stiftung ausgezeichnet.
Die „Grüne Kohle“ besteht aus erneuerbarer Biomasse, die nicht anderweitig verwendet werden kann. Diese wird in grüne Briketts umgewandelt, die genau wie Holzkohle gebraucht werden kann. Mit dieser Methode bietet Pro-Natura ein alternatives, pflanzliches Brennmaterial an, das erwiesenermaßen sauber und effizient hergestellt worden ist. Gras, Blätter, Stroh, Reis, Baumwolle, Mais oder Kaffeebohnenhülsen und Bambus können für die Produktion von grüner Kohle benutzt werden. Jede der Maschinen ermöglicht die ökonomische und ökologische Produktion von vier bis fünf Tonnen Grünkohle pro Tag.
Die Technologie funktioniert mit einem Retortenofen, der bis auf 550°C erhitzt wird und in dem die Biomasse ohne Sauerstoff kontinuierlich durchfließt. Die Temperatur des Ofens bleibt durch die Verbrennung von pyrolytischen Gasen konstant, die recycelt und in einer zweiten Ofenkammer verbrannt werden. Dadurch werden keine Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben.
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